Dienstag, 3. März 2009

Papier

Viermal in der Woche fahre ich mit dem Zug von Sargans nach Rorschach. Der Zug ist meistens voll von Leuten und jeder Sitzplatz ist belegt. Wenn man dann so in die Runde schaut ist zu erkennen, dass die Schweizer Zugfahrer sehr belesene Leute sind. Fast jede Reisegast hält eine Gratiszeitung in der Hand und blättert innerhalb kurzer Zeit die Zeitung durch, welche dann anschliessend seinen Ablageplatz auf dem kleinen Tischen findet.
Doch was braucht es, bis diese Zeitungen bis zu diesem Ablagetischchen gelangen, wo sie dann anschliessend vom SBB Person entfernt und hoffentlich korrekt ins Altpapier entsorgt werden?

Es braucht Reporter, Journalisten, Berichterstatter, Fotographen etc., die Informationen sammeln, welche schlussendlich auf diesen Zeitungen ihren Platz finden. Natürlich sollten diese Leute einigermassen gut ausgebildet sein und über das nötige Material wie Fotoapparate, Computer usw. verfügen, damit die Qualität dieser Informationen für den Konsumenten auch interessant und lesbar sind. Diese Informationen werden dann in grossen Druckereien auf das Papier gebracht.

Die grossen Druckereien holen sich das Papier von den Papierherstellern. Für die Papierherstellung braucht es ebenfalls gut ausgebildetes Personal und riesige, hochentwickelte Maschinen. Zudem werden für die Herstellung des Papiers verschiedene Faserstoffe benötigt, welche in erster Linie aus Holz bestehen. Dieses Holz stammt aus Sägereien und besteht aus Abfallholz wie Spänen, welches keine weitere Verwendung findet. Zudem werden für die Herstellung von Zeitung Sekundärfaserstoffe (Altpapier) benötigt. Dieses Altpapier muss natürlich auch zuerst hergestellt und schlussendlich dann wieder eingesammelt werden. Unter Zusatz von Leim, Füll- und Farbstoffen sowie Wasser werden nun diese Primär- und Sekundärfaserstoffe gemischt und gemahlen, entwässert, gepresst und getrocknet. Beim diesem Prozess werden die Technologinnen Technologen durch moderne Computersysteme unterstützt.

Dieses Papier wird dann zu den grossen Zeitungsherstellern geliefert, wo es dann in grossen Anlagen gedruckt wird. Diese Anlagen werden von qualifizierten Mitarbeitern bedient. Anschliessend werden die fertigen Zeitungen mittels Kioske oder selbstbedienbare Kasten an den Mann bzw. an die Frau gebracht, wo sie dann im Zug gelesen und deponiert werden, bis sie schlussendlich vom SBB Personal eingesammelt und entsorgt werden.

2 Kommentare:

  1. Es ist wirklich erstaunlich, aufgelistet zu sehen, wie viel es braucht, bis eine Zeitung zum Leser/zur Leserin gelangt. Es gibt so viele Faktoren, von denen diese informativen Blätter abhängen.
    Würde man nun wirklich von Anfang an alles, was es dazu braucht, zurückverfolgen, beobachten und zusammentragen, könntest du wohl ein ganz schön dickes Buch schreiben. Darum ist es verständlich, dass du dich auf das Papier spezialisiert hast. Altpapier spielt dabei eine wichtige Rolle, die unterstützt werden sollte.
    Nun falls du es dir noch überlegst und dein Blog zu einem Buch erweitert wird, würde ich gerne eines deiner Exemplare besitzen.

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  2. Es war beeindruckend zu lesen, wie lange deine Liste wurde. "Nur", damit es möglich ist, eine Zeitung im Zug zu lesen. Aber ich bin der Meinung, dass noch viele weitere Faktoren und Personen an diesem Prozess beteiligt sind: Zugführer, SBB Netz, dass es möglich ist, diese Zeitung im Zug zu lesen. Genauso die Boten, welche die Zeitungen in den Kästen oder beim Kiosk deponieren. Oder die Sägerei, die Maschinen benötigt, welche bestellt und transprotiert werden müssen... die Liste liesse sich endlos weiterführen.

    Schon erstaunlich, was für einen Weg so etwas einfaches, wie die Zeitung im Zug zurücklegt!

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