Donnerstag, 12. März 2009

Liebe Studierende,

Zwischen dem dritten und dem vierten Wochenimpuls melde ich mich als Ihre Blogbetreuerin einmal bei Ihnen. Mit grossem Interesse habe ich Ihr Schreiben verfolgt und habe nun insgesamt fast 80 Posts zu CO2-Rechner, Medienberichten und Vernetzungen gelesen. Ganz unterschiedlich kommen sie daher: ausführlich und gut untermauert durch Recherchieren manche, kurz und bündig und etwas gar allgemein gehalten andere, mehr oder weniger kritisch reflektiert ein guter Teil der Posts und vor allem beim Fussabdruck allesamt konkret auf die eigene Situation und das eigene Verhalten bezogen. Grundsätzlich kommt es mir vor, als hätten diese drei Wochen doch wichtige Bewusstseinsimpulse bei Ihnen ausgelöst (stimmt’s?). Es fallen Ihnen Tatsachen, Situationen, Gegebenheiten und Zusammenhänge neu und anders auf. Mit Kopf und Herz, so scheint es mir beim Lesen sind viele von Ihnen auf die Fragen der Nachhaltigkeit eingestimmt.
Ich habe gemerkt, dass bei Ihren Posts vieles aufscheint, was mich auch beschäftigt. Auf einen Punkt möchte ich dabei kurz eingehen:
Wir wissen zwar um die Zerstörungen der Umwelt, um die sozialen Probleme und Ungerechtigkeiten hier und andernorts in der Welt und wir sind in der Lage, die unbequeme Wahrheit eigentlich ganz gut zu sehen. Gleichzeitig richten wir unser Verhalten doch nur bedingt auf diese Tatsache ein. Wir schwenken rasch wieder auf die Schiene ein, dass der Staat, die Wirtschaft, die Mächtigen doch sollten (was absolut richtig ist) oder dass andere - die Amerikaner zum Beispiel - noch viel schlechter sind als wir (was auch richtig ist). Damit kommen wir allerdings in der allseits vernetzten Welt nicht weiter. Wir können, ja wir müssen dort etwas tun, wo wir unsere Fähigkeiten haben und wo unser Einflussbereich liegt. Und der ist gar nicht so klein, wie wir oft denken. Einzelinitiativen summieren sich zu ganz gewaltigen Resultaten, bevor die Politik oder diejenigen der Mächtigen, die nicht an den Klimawandel „glauben“ (als ob das eine Glaubenssache wäre!) sich zu etwas aufraffen können.
Klar ist, dass immer Widersprüche bleiben, wie eben jeder Mensch an sich schon widersprüchlich ist. „Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft mitten durch unser Herz“, hörte ich kürzlich und kann das gerade im Nachhaltigkeitshandeln bei mir bestens nachvollziehen. Ich weiss, dass ich im Alltag niemals 100% konsequent bin, dass ich an einer noch lange nicht nachhaltigen Institution arbeite und ich immer wieder abwäge zwischen verschiedenen Bedürfnissen und mich da und dort für einen kurzfristigen Gewinn entscheide. Dennoch - und das meine ich auch bei Ihnen zu spüren – ist das Leitbild Nachhaltigkeit fest im Denken verankert.
Ich melde mich noch einmal nach dem 5. Wochenauftrag. Ich wünsche Ihnen alles Gute beim weiteren Nachdenken über Handyrecycling, auf der Suche nach gerechtem Kaffee, nach T-Shirts ohne Kinderarbeit, beim Genuss von Schokolade, "richtigem" Mozzarella oder Äpfeln aus der Region.

U.Frischknecht

Eben habe ich eine Webseite gefunden, die Einzelne miteinander vernetzt, damit sie sich nicht so alleine vorkommen: www.carbonrally.com

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen