Als ich um halb vier von der Schule nach Hause kam nahm ich gemütlich Block und Bleistift in die Hand und setzte mich nach draussen, wo ich eine der ersten warmen Sonnenuntergänge diesen Frühlings geniessen durfte. Es war ein wunderschöner warmer Frühlingstag und es wehte ein mildes Lüftchen. Ich setzte mich auf meinen feudalen Liegesitz, wo ich die Augen schloss und über das Leben nachdachte.
Meine Gedanken waren zu Beginn voll mit Dingen wie Bachelorarbeit, Modulnachweise, Diplomprüfungen, Bewerbungen, usw., die wie lästige Kletten mein momentanes Leben begleiten. Doch irgendwie schaffte ich es dann doch noch, all diese üblen Gedanken für mindestens eine Stunde zu vergessen.
Mein Zuhause befindet sich ausserhalb des Dorfes, wo es einigermassen ruhig zu und her geht und so horchte ich von da aus der Natur. Ich notierte mir verschiedene Geräusche, welche mir in dieser kurzen Zeit zu Ohren kamen. Was mir vor allem auffiel war, dass eine wirkliche Stille nie vorhanden war. Ständig war irgend ein Geräusch zu hören; vorbeifahrende Autos, kreischende Kinder, Flugzeuge, die Eisenbahn, der Traktor des Landwirtes und sogar das Militär hatte noch eine Schiessübung, die von der Ferne zu hören war.
Was mich jedoch am meisten fesselte war der Gesang eines Vogels, welcher sich auf dem Baum neben meiner Wohnung am einnisten war. Und erst beim genaueren Hinhören bemerkte ich, dass auf diesem Baum noch andere Vögel ihre Gesänge zum besten gaben. Ich konnte an diesem Abend mindestens fünf verschiedene Gesänge hören, welche ich aber leider nicht zuordnen kann.
Was mir aber in diesem Abend viel bewusster wurde war, dass die vom Mensch erzeugten Geräusche im Gegensatz von den Geräuschen der singenden Vögel extrem lästig und störend waren. Ich sollte daher vermehrt die Ruhe in der Natur suchen. Leider ist es aber sehr schwierig geworden, diese Ruhe überhaupt zu finden.
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Hey Reto,
AntwortenLöschenEs war äusserst interessant von deinen Geräuschewahrnehmungen in der Natur zu lesen. Nachdenklich gemacht hat mich aber, dass du die Geräusche der Menschen, im Gegensatz zu denen der Natur bzw. der Vögel, als störend und lästig wahrgenommen hast. Wenn ich es mir aber recht überlege, ergeht mir dies auch so! Wenn ich beispielsweise in der Natur joggen gehen, dann mache ich dies meist ohne Kopfhörer und i-pod, weil ich einfach die Geräusche der Natur geniessen möchte.
Einen kleinen Tipp noch zum Schluss: wenn du interessiert bist an Vögel oder Vogelstimmen, dann komme uns doch in der interdisziplinäre Woche einmal besuchen. Ich belege das Fach "Brutvögel" =)
Hallo Reto
AntwortenLöschenIch finde es auch oft schade, dass die Menschen so viel Lärm erzeugen und es uns dadurch schwer fällt, uns einfach auf die Natur einzulassen. Gerade deshalb sollte man sich genau darauf konzentrieren und sich die Zeit dazu nehmen, in den Wald zu gehen oder fern von Strassen und Menschen, denn die Natur birg so viele wunderschöne Dinge, die wir kaum mehr wahrnehmen, da wir uns die Zeit nicht nehmen oder uns zu sehr von alltäglichen Dingen ablenken lassen.
Nimm dir öfters Zeit für solche Momente, das werde ich auch tun.
Sandra Ziegler, LG06Ge
Dein Post war sehr interessant. Vor allem war es bei sehr ähnlich, habe auch viele andere Sachen im Kopf...
AntwortenLöschenDie Geräusche der Natur sind doch sehr eindrücklich und die Momente, in denen wir sie wirklich bewusst wahrnehmen sind doch tendenziell selten. So sind viele lärmende von Menschen verursachte Geräusche immerwährend um uns Menschen herum. Bei mir braucht es jeweils ein ganzes Weilchen, bis ich mich wirklich auf die Natur konzentrieren kann.