Im St.Galler Tagblatt fand ich jedoch einen interessanten Bericht (26.02.09,6). Darin geht es um die Veröffentlichung der Schadstofffrachten von Industriebetreiben auf dem Internet, durch das schweizerische Umweltsamt. Darin sind 170 Betreibe und Anlagen aufgeführt, die wesentliche Mengen von einem oder mehreren Giftstoffen in die Luft puffen, ins Abwasser leiten oder al Sonderabfall deponieren. Vom klimarelevanten Kohlendioxid (CO2) pufft die Schweiz total über 40Millionen Tonnen in die Atmosphäre. Auch interessant ist die Tatsache, dass sich von den 170 Betreiben überdurchschnittlich viele im Kanton St.Gallen (und 5 weiteren) befindet.
Mit der Veröffentlichung dieser Liste erfüllt die Schweiz eine internationale Verpflichtung und die Daten sollen künftig jährlich aktualisiert werden.
Ich denke es ist interessant und auch erschrecken, sich dieses Register mal genauer in Betracht zu nehmen. Auch sind Vergleiche mit dem Ausland möglich, wo ähnliche Register schon seit längerer Zeit bestehen.
Auch sind sie sicherlich – so hoffe ich – für die aufgelisteten Betriebe ein Ansporn, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung zu unternehmen, da es kaum schmeichelhaft ist, bei diesem Register aufgelistet zu sein.
Auf einen weitern passenden Bericht zu unserem Thema stiess ich im GEO (03/März 09, 142).
Wenn man vom CO2-Ausstoss spricht, betrachtet man (in der Regel) die Autos, Flugzeuge und Industrien. Doch vielfach gehen wesentliche Verursacher vergessen und man hört nie etwas von ihnen: die Schiffe. Doch tatsächlich machen sie 5% des globalen CO2-Ausstosses aus – das Doppelte der Luftfahrtemissionen! Beeindruckt hat mich vor allem ein Bild wie dieses:
Es sieht aus wie Kondensstreifen von Flugzeugen, sind jedoch die von Schiffen, aufgenommen vor Europas Südwesten.Geschockt hat mich auch die Tatsache, dass bei einem einzigen Transport eines Containers auf der Strecke Shanghai-Hamburg so viel Schwefeldioxid entwicht wie 3950 (!) Autos in der gleichen Zeit entweichen. Jetzt könnte man hochrechnen, was das heissen würde, wenn das Schiff ca. 333 Container transportieren würde…
Die Schadstoffe entweichen bislang ungefiltert aus den Schornsteinen der Handelsflotte und dies sollte wirklich endlich geändert werden! Besonders anbetracht der Tatsache, dass sich mit entsprechender Ausrüstung und Technik (die schon länger vorhanden ist!) bis zur Hälfte des Treibstoffes sparen liesse. Doch die Aussage von DK-Group-Gründer Jorn Winkler zeigt einmal mehr, auf was es wirklich ankommt, bis etwas geschieht:
„Unsere Technik spart bis zu 15% Treibstoff ein, bei grossen Schiffen, die täglich 250 Tonnen Öl verbrennen, bedeutet das sehr viel Geld.“
(Bildquelle: http://www.dlr.de/rd/en/Portaldata/1/Resources/portal_news/newsarchiv2008_4/global_change_bretagne200.jpg)
Du hast Recht, momentan dominiert das Thema Finanzkrisen die Medien. Ich denke jedoch auch, es wird nicht lange gehen bis wieder mehr Berichte zum Thema Nachhaltigkeit erscheinen. Den irgendwie stehen Finanzkrise und Nachhaltigkeit bestimmt in einem Zusammenhang. (Irgendwie steht ja immer alles in einem Zusammenhang)
AntwortenLöschenNun zu den Artikeln, ich halte sehr viel davon, wenn solche Dinge transparent gehalten werden. Die Leute werden aufmerksamer, als wenn alles im stillen Kämmerchen vor sich geht. Die Betriebe stehen so in der öffentlichkeit und müssen unter diesem Druck etwas ändern.
Ich hätte auch nie gedacht das Schiffe solche Umweltverpester sind. Einglich unglaublich, ich finde auch, dass da gehandelt werden sollte. Wie du sagtst, die Technik wäre ja da...