Dienstag, 24. Februar 2009

Von wegen nachhaltig...

Wir vernichten ganze Vogelarten
- NZZ, 23.02.09
Unter dem Titel „was dem kleinen Spatz so grosse Sorgen macht“ kann man in der NZZ lesen, dass unser Haussperling zu verschwinden droht. Grund dafür sollen der Strassenverkehr und das nasskalte Wetter sein, so eine Studie. Seit mehr wie 10000 Jahren lebt der kleine Singvogel in menschlicher Umgebung, jedoch scheinen ihm die heutigen Einflüsse unsere Konsumgesellschaft nicht mehr zu zusagen. Untersuchen belegen, dass der Spatz im Raum um den Bodensee seit 1980 um 40 Prozent weniger vertreten ist. Hamburg, als Beispiel, meldet einen Spatzenschwund von 75 Prozent.
Sind das nicht unglaubliche Zahlen? Mir stellt sich da die Frage, wie wir es verantworten können, Grund dafür zu sein, dass ganze Vogelarten aussterben, nur deshalb, weil wir auf einem bestimmten Lebensstandart verharren wollen. Unsere Gesellschaft trägt schuld daran, dass sich die Welt verändert, eine Veränderung mit vielen Schattenseiten. Aspekte, welche wir noch immer unter den Teppich kehren und sie da ruhen lassen, damit wir uns bloss nicht damit auseinander setzen müssen. Soll das wirklich so weitergehen? Wollen wir die Schuld tragen, dass unsere Welt sich selbst zerstört?

Wir tragen die Verantwortung für Tonnen von Giftmüll
- Tagblatt, 24.02.09
Berge von Müll, Gift- und Sondermüll, werden von den Menschen produziert. Im vergangenen Jahr haben alleine die Haushalte im Kanton St.Gallen 200 Tonnen gesammelt. Weitere 110 Tonnen stammen dann wohl aus Industrie und öffentlichen Institutionen.
Im Tagblatt wie auch über Radio- oder Fernsehsendungen konnte man vernehmen, dass dies etwa derselben Zahl wie der vorigen Jahre entspricht. So wurden zu etwa der Hälfte davon Lacke, Farben und Lasuren entsorgt. Weiter in die Kategorie des Sondermülls gehören die 16% der Batterien und die 12% Lösungsmittel und anderes wie die Medikamente, Chemikalien, Spraydosen und Verpackungen.
Es mag vorbildlich und gut sein, dass wir den Sonder- und Giftmüll nicht in den Kehricht werfen, sondern speziell entsorgen, damit wir das Wasser und unsere Umwelt schonen, so kann man es zumindest dem Tagblatt entnehmen. Angeblich würden solche Abfälle nämlich sehr gefährlich sein und der Umwelt schaden, wenn sie nicht entsprechend beseitigt werden. Doch tun sie das nicht sowieso? Die Berichte scheinen so, als wären die Verfasser stolz auf die vorliegenden Zahlen. Für mich ist dies aber ziemlich widersprüchlich und paradox. Tonnen von Sondermüll, von Giftmüll alleine im Kanton St.Gallen… Auch diese Abfälle müssen entsorgt werden. Ein immenser Aufwand, sowohl zeit- wie auch kostenanfällig, wird betrieben um Abfälle von Menschen beiseite zu räumen, nichtig zu machen. Doch genau da liegt doch der Hacken! Abfälle lösen sich nicht im Nichts auf. Es bleiben Reste zurück, giftige und schädliche Reste, welche unsere Umwelt und Natur in Hohem Masse beeinflussen. Es würde an uns Menschen liegen, solche Abfälle zu verringern um eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Mögliche Umsetzungsvorschläge würden da wohl jedem auf der Hand liegen. Also woran liegt es denn dann? Fehlt unserer Gesellschaft der Wille, die Motivation, die Energie oder gar die Zeit um sich um solch relevante Dinge zu kümmern und sich mehr Mühe zu geben? Oder ist es schlicht nur das Desinteresse und die Gleichgültigkeit, welche uns antreibt und zur Regungslosigkeit treibt?
Was auch immer der Grund sein mag, weshalb uns die Fakten um die 310 Tonnen Sonder- und Giftabfall befriedigen sollten, ich kann ihn nicht sehen…

4 Kommentare:

  1. Was du über das Verschwinden des Haussperlings schreibst, erschreckt mich richtig gehend. Ich hatte keine Ahnung, wie schlimm es um ihn steht! Vor allem da dieser kleine Vogel so selbstverständlich zu unserem Alltag gehört, kann ich es mir kaum vorstellen, dass er verschwinden soll. Wenn ich solche Nachrichten höre, wird mir umso klarer, dass ich auch meinen Teil dazu beitragen muss, diese Natur zu schützen und zu erhalten...

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  2. Auch ich finde die Zahlen des Vogelsterbens erschreckend. Ich wusste zwar, dass es dramatisch steht um viele heimische Vogelarten, da ich das bereits im Modul "Vögel im Winter" mitbekommen habe, aber dass es so schlimm ist, erschreckt mich wirklich. Ich denke es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass wir nun mit Taten statt Worten beginnen!
    Claudia Schmid, LG06Ff

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  3. Hallo

    Ich habe deinen Artikel über die Sondermüllentsorgung gelesen, weil ich auch darüber geschrieben habe. Natürlich muss ich dir recht geben; es sind Unmengen an Abfall, die zum Teil sehr unnötig sind!
    Doch wenn du unsere Abfallentsorgung im Vergleich mit dem Ausland anschaust, stehen wir wirklich sehr gut da und können stolz auf die Schweiz sein. Unsere Abfallentsorgung ist im Vergleich mit vielen Ländern extrem fortschrittlich.

    Liebe Grüsse

    Anita Bächtold, LG06F

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  4. Ich bin überrascht, was du in deinem Post, wir vernichten ganze Vogelarten, schreibst. Insbesondere, weil ich den Zeitungsartikel nicht gelesen habe. Der Lebensraum um den Menschen wir immer enger, der Mensch nimmt mehr und mehr Platz ein und alles andere, Tier, Natur und Umwelt muss weichen oder sich anpassen.
    Ich frage mich, ob das den Menschen nicht bewusst ist oder es uns einfach nicht kümmert, was zukünftige Generationen noch von der Welt haben werden. Vielleicht müssen dann Zukünftige Kinder Bilder in Bücher von diesem Vogel betrachten und sagen, die gab es mal bei uns...!

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